Das KulturBlog

24.04.2009

Andreas Legath und Pinuccio Sciola

von rk in Ausstellung, Kunst

DESTILLATIONEN
Andreas Legath und Pinuccio Sciola verwandeln Sardiniens Land und Gestein in Kunst

PINUCCIO SCIOLA
„Sardinien ist der Stein und dieser Stein ist die Mutter“, nach diesem Grundsatz richtet der sardische Steinbildhauer Pinuccio Sciola sein künstlerisches Leben aus. Der in San Sperate bei Cagliari lebende Künstler, einer der bedeutendsten italienischen Bildhauer, hat bereits Dutzende von Skulpturenparks angelegt. In München wurde 1986 im Westpark eine große Ausstellung mit den Skulpturen von Sciola gezeigt, wobei eine der Stelen als Geschenk an die Stadt München dort verblieb.

In den letzten Jahren wurde Sciola mit seinen Klangsteinen und den sie begleitenden Performances bekannt, so auch auf der Frankfurter Buchmesse und bei der Weltausstellung EXPO Hannover 2000. Sciola bearbeitet die Steine so, dass damit regelrechte Konzerte aufgeführt werden können. Gegenwärtig bereitet Sciola eine ganz Europa umfassende Aktion vor, unter dem Titel „Saatkörner für ein neues Europa“, bei der in allen Hauptstädten der EU hunderte samenförmiger Steine ausgestreut werden sollen.

Pinuccio Sciola

ANDREAS LEGATH
Legaths Auseinandersetzung mit Landschaft haftet etwas Radikales an. Kompromisslos wird die Konzentration auf eine ebenso gesuchte wie vorgefundene Landschaftsform Sardiniens zum Zentrum des malerischen Geschehens:Parallel zur Natur wird uns ein neuer Kosmos in all seiner Gefährdung und Verletzlichkeit vor Augen geführt. Basalt, Granit und Pigment, Materialien der realen sardischen Landschaft – wie übrigens auch der Stein bei Sciola – werden in ihrer sinnlichen Haptik zu substantiellen Trägern des Bildgeschehens. Ebenso wird die rohe Leinwand oder der unbehandelte Papierton zum kontrastierenden Element der eigenen Projektion. Legaths Bilder stemmen sich mit aller Vehemenz gegen die Fülle täglicher Reizüberflutung. Das Numinose, wie Vera Botterbusch schon 1996 schreibt, ist in diesen Bildern ebenso präsent wie ein stetes Memento Mori. Legaths außergewöhnlicher darstellerischer Zugriff auf die Landschaft ist Sciolas Destillation von Tönen aus Klangskulpturen vergleichbar.

Andreas Legath

    Galerie im Ganserhaus
    Schmidzeile 8
    83512 Wasserburg am Inn

Ausstellungsdauer: 26. April bis 1. Juni 2009
Eröffnung am Samstag, den 25. April 2009 um 18 Uhr
Einführung: Dr. Elmar Zorn
Musikalisches Rahmenprogramm: Konzert – Performance von Pinuccio Sciola mit den Klangsteinen des Künstlers


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